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[Rezension] "Die Gabe der Könige" von Robin Hobb

Als Junge von gerade einmal 6 Jahren wird Fitz von seiner Mutter getrennt und am Königshof seines Vaters abgegeben. Fitz ist der uneheliche Sohn eines Prinzen in einer mittelalterlichen Fantasywelt und erzählt in diesem Buch seine Geschichte. "Die Gabe der Könige" ist der Auftakt der Chronik der Weitseher von Robin Hobb und für Fans von High-Fantasy, Intrigen und einem ausführlichen Worldbuilding.


Die Gabe der Könige. Die Chronik der Weitseher #1
Von Robin Hobb (Autorin)
Paperback erhältlich seit 28. August 2017
Seitenzahl: 608
Verlag: Penhaligon Verlag
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Von einem Jungen mit einer Gabe 
Voller Erwartungen begann ich mit dem Lesen von Teil 1 der Chronik der Weitseher, die zuerst im Jahr 1996 unter dem Titel „Der Adept des Assassinen“ erschienen ist. Seither wechselte das Buch den Verlag, das Cover und die Titel. Davon sollte man sich nicht verwirren lassen, wenn die Suchmaschine unter der Autorin Robin Hobb unterschiedliche Suchergebnisse liefert.

In „Die Gabe der Könige“ erschafft Robin Hobb eine völlig eigene mittelalterliche Fantasywelt und kommt dabei so ganz ohne Elfen, Zwerge und Drachen aus. In dieser monarchisch regierten Welt voller Intrigen und Machtspielen wird Fitz als Bastard des Thronfolgers geboren. Als Fitz 6 Jahre alt ist, wird er von seiner Mutter getrennt und am Königshof abgegeben. Nun folgen wir aus der Perspektive von Fitz wie er sein Heranwachsen von einem kleinen Jungen zum Jugendlichen schildert. Er leidet unter Einsamkeit, Ablehnung und findet sich nur schwer am Königshof zurecht. Wir beobachten wie er sein magisches Talent entdeckt, lernt zu einem Assassinen zu werden und sich dabei selbst findet. Ich entwickelte dabei für den kleinen Fitz eine starke Sympathie, die einfach verdeutlicht, wie authentisch Robin Hobb ihren Protagonisten bzw. ihre Charaktere beschreibt.

Der Fokus dieses Buchs liegt ganz klar darin, die Charaktere, deren Beziehungen und die Welt einzuführen. Robin Hobb schreibt ruhig und bildgewaltig und geht dabei detailreich vor, sodass die Geschichte sehr langsam startet. Die Handlung kommt über zwei Buchdrittel sogar so langsam ins Rollen, dass ich mich manchmal gefragt habe, wohin die Autorin mit all diesen Beschreibungen möchte und weshalb sie uns Lesern diese Geduld abringt. Aber ich bekam auch gleichzeitig mit fortschreitender Seitenzahl das Gefühl, dass sie hier etwas Großes versucht aufzubauen und blieb am Ball. Und so zäh wie manches Kapitel war, kam dann endlich die Wendung, die Dramatik und die Spannung. Schade, dass es nicht vorher schon so kurzweilig und unterhaltend zu lesen war. Doch jetzt bin ich auf die Fortsetzung gespannt und möchte dringend wissen, wie es mit Fitz weitergeht.

Fazit
Robin Hobb präsentiert uns einen besonderen Reihenauftakt mit einem jungen Helden. Leider fokussiert sie sich zu sehr auf den Weltenaufbau und die Figuren statt auf die Handlung. Wer aber mittelalterliche Fantasywelten sowie Königreiche samt Politik und Intrigen mag, der ist mit „Die Gabe der Könige“ gut beraten. Wer nun sogar noch Geduld mitbringt, der wird damit große Freude haben.

4 von 5 Sonnen



Mehrere Stunden meines Urlaubs an der Cote d’Azur habe ich mit dem jungen Fitz verbracht. Wir haben es uns auf dem Handtuch bequem gemacht, ich habe die Beine in die Sonne gestreckt und gelesen. Hin und wieder habe ich Fitz auch allein zurückgelassen, während ich mit meinem übergroßen Schwimmreif im Meer geschwommen bin (oder mich habe treiben lassen...).
Das unten folgende Bild ist auf meiner Terrasse vor der hügeligen und wunderschönen Landschaft Südfrankreichs entstanden.


Foto: (c) Tintentick



Liebe Grüße und bis bald,
eure Elena

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