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[Rezension] "The Sun is also a Star" von Nicola Yoon

Nicola Yoons Debütroman „Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt“ landete auf Platz 1 der New York Times Bestseller Liste und blieb dort für 11 Monate. Zudem war Nicola Yoon im Jahr 2016 für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Ihr zweites Buch „The Sun is also a Star“ hat es sich ebenfalls auf der New York Times Bestsellerliste gemütlich gemacht und ist gleichzeitig ein National Book Award Finalist. Das klingt alles ganz fantastisch, oder? Nur mich hat „The Sun is also a Star“ irgendwie nicht aus den Socken gehauen. Manchmal passt es einfach nicht. Überhaupt nicht.


The Sun is also a Star.: Ein einziger Tag für die Liebe
Von Nicola Yoon (Illustrator: Dominique Falla, Übersetzerin: Susanne Klein)
Hardcover erhältlich seit 20. März 2017
Seitenzahl: 400
Verlag: Dressler Verlag
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Von zwei Jugendlichen, der Liebe auf den ersten Blick und dem Zufall
In “The Sun is also a Star” läuft der 17-jährigen Natasha Kingsley und ihre Familie die Zeit davon. Sie stehen 12 Stunden vor ihrer Ausreise nach Jamaica, denn sie leben nicht legal in New York und müssen die USA verlassen. Natasha möchte jedoch nicht gehen, will sich nicht von ihren Freunden verabschieden und alles Gewohnte zurücklassen. Dann trifft sie auf Daniel. Und Daniel ist vom ersten Moment angetan von ihr, geradezu fasziniert. Daniel glaubt, dass dieses Aufeinandertreffen ein Zeichen und lebensverändernd ist. Zufall? Schicksal? Jedenfalls muss er jetzt noch Natasha überzeugen.

"Was ist, wenn ich dir sage, dass ich dich mit wissenschaftlichen Methoden dazu bringen könnte, dich in mich zu verlieben"? (Daniel, Zitat von Seite 100)

Ich wollte dieses Buch genießen, ich wollte Spaß dabei haben, aber irgendwie funktionierte es nicht. Ganze drei Anläufe habe ich benötigt, um in die Geschichte hinein zu kommen. Dabei gab es einige Punkte, die mir wirklich gut gefallen haben. Angefangen mit diesem wunderschönen Cover, dessen farbliche Gestaltung auffällt und „Will ich haben“ schreit. Ich mochte es zudem, dass dieses Buch die Themen Immigration, Abschiebung und Rassismus aufgreift. Sowohl Daniel als auch Natasha sind mit ihren Familien in die USA immigriert und in Jugendbüchern ist das selten ein Handlungsgegenstand. Leider schöpft Nicola Yoon diesen Punkt kaum aus, da die bevorstehende Abschiebung neben der Jugendromanze eher eine Nebenhandlung einnimmt.

Dieses Buch spielt sich in einem Zeitraum über 12 Stunden ab. Gerade dieser zeitliche Rahmen, verursachte mir auch enorme Leseschwierigkeiten. Ich glaube einfach nicht an Liebe auf den ersten Blick, dass ich jemanden ansehe und genau in dieser Sekunde weiß „Mit dieser Person werde ich alt!“. Sich innerhalb von nur wenigen Stunden so zu verlieben, das ist für mich nicht realistisch – zumal die beiden nicht eine normale Unterhaltung führen, um sich richtig kennenzulernen. Daher konnte ich auch kein bisschen die Chemie zwischen Natasha und Daniel spüren, Emotionen kamen bei mir gar keine an. Dazu kommen diese ganzen Zufälle, die anfangs irgendwie noch glaubhaft waren… nur dann eben nicht mehr. Dieses ganze Buch wirkt konstruiert, manches mehr als unlogisch und vieles des Gesagten lächerlich.

"Wir sind ein Kienspan bei einem Blitzeinschlag. Ein brennendes Streichholz und ein knochentrockener Scheit. Ein Brandgefahr-Schild und ein Wald voller ausgedörrter Bäume." (Daniel, Zitat von Seite 211)

Der Schreibstil an sich lässt sich flüssig lesen, nur Spannung kommt nicht wirklich auf. Sehr gewöhnungsbedürftig sind die wirklich kurzen Kapitel, die oft nur eine Seite umfassen und stellenweise für Verwirrung sorgen. Neben den Sichtweisen von Natasha und Daniel bekommen wir die Perspektive von anderen Menschen zu lesen, die einen Blick auf das Leben unserer Protagonisten werfen (wie bspw. das Sicherheitspersonal). Dadurch hatte ich aber nicht das Gefühl die Figuren besser kennenzulernen, sondern fragte mich jedes Mal weshalb uns Nicola Yoon das jetzt wissen lässt. Da Daniel zudem ein Poet und Träumer ist, muss man sich auf viele poetische/philosophische Gedanken einstellen. Mich konnten aber alle Ausführungen über Bestimmung, Schicksal usw. nicht begeistern. Das Epilog setzte dann allem die Krone auf, sodass ich nur noch den Kopf schütteln konnte. „The Sun is also a Star“ und ich kamen einfach nicht miteinander klar.

Fazit
Nachdem ich zuerst dachte, dass mir einfach nur der Einstieg in die Geschichte schwer fällt, kann ich nun sagen: „The Sun is also a Star“ gefiel mir einfach nicht. Insbesondere die Thematik um die Liebe auf den ersten Blick, Daniels poetisch und philosophische Gedanken und die ganzen Zufälle machten dieses Buch weder glaubhaft noch unterhaltsam. Von mir gibt es leider keine Leseempfehlung.
2 von 5 Sonnen

Ich möchte euch noch zwei weitere Buchbesprechungen von Rezensenten ans Herz legen, die sich von "The sun is als a Star" gut unterhalten geühlt haben. Geschmack ist bekanntlich nicht immer gleich. Schaut gern bei Missfoxyreads und Saras etwas andere Bücherwelt vorbei.


Klappentext "The Sun is also a Star"
Schicksalsfäden einer großen Liebe! Wie viele Dinge müssen geschehen, welche Zufälle passieren, damit sich die Wege zweier Menschen kreuzen? Als Daniel und Natasha in New York aufeinander treffen, verguckt er sich sofort in das jamaikanische Mädchen. Die zwei teilen einen Tag voller Gespräche über das Leben, ihren Platz darin und die Frage: Ist das zwischen uns Liebe? Doch ihr Schicksal scheint bereits festzustehen, denn Natasha soll noch am selben Abend abgeschoben werden. 

Eine besondere Liebesgeschichte: Poetisch, berührend, ein Herzensbuch für junge Frauen!
 (Quelle: Dressler Verlag



Auf die Autorin Nicola Yoon bin ich aufmerksam geworden, als ich von der Verfilmung ihres Jugendbuchs "Du neben mir" gelesen habe. In diesem Buch geht es um Maddy, die durch ihre Krankheit abgeschottet lebt und sich in den Nachbarsjungen Olly verliebt. Der Film läuft seit 18. Mai 2017 im Kino. Habt ihr ihn schon gesehen?

Hier könnt ihr den Trailer anschauen:


Liebe Grüße und bis bald,
 eure Elena

Kommentare

  1. Oh wie schade :/ Das Buch liegt noch auf meiner Wunschliste, "Du neben mir" hat mir wahnsinnig gut gefallen :)

    Liebst, Lara.

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    1. Hallo Lara,

      danke für deinen Kommentar!
      Ja, das war wirklich schade. Aber es gibt auch viele Leser, denen das Buch gut gefallen hat. :-) "Du neben mir" habe ich bisher noch nicht gelesen, aber es reizt mich schon. Vielleicht gebe ich der Autorin noch eine zweite Chance und such mir mal eine Leseprobe :-)

      Ganz liebe Grüße
      Elena

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