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[Rezension] "In der Liebe ist die Hölle los" von Benne Schröder

Als "In der Liebe ist die Hölle los" vor einiger Zeit in der Lübbe-Verlagsvorschau aufgetaucht ist, da bin ich sofort aufmerksam geworden. Der Autor Benne Schröder ist ein Radiomoderator aus Bochum, lebt in Köln und präsentiert uns mit diesem Werk sein Debüt. Der Klappentext klang auch nach einer ganz tollen Mischung aus Romantik, Witz und Spannung. Das Buch ist also direkt auf die Wunschliste gewandert und durfte dort nun bis zu seinem gestrigen Erscheinungstag warten. Seid ihr neugierig geworden? Dann verrate ich euch gern wie mir "In der Liebe ist die Hölle los" gefallen hat! 


In der Liebe ist die Hölle los
Von Benne Schröder
Taschenbuch und Ebook erhältlich seit 24. April 2017
Seitenzahl: 399
Verlag: Lübbe
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Von Familienverpflichtungen, der Liebe und dem Geschäft mit dem Leben
Der Teufel ist ein cleverer Kerl und führt die „Hölle“ wie ein Unternehmen – und das sehr erfolgreich, denn der Tod ist ein gut laufendes Geschäft. In „In der Liebe ist die Hölle los“ geht es um die Tochter des Teufels: Catalea. Nachdem manches in ihrem Leben nicht ganz rund läuft, steigt sie gezwungenermaßen in die Firma ein und unterstützt im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Intrigen und Machtspiele führen aber dazu, dass Catalea in Gefahr gerät. Gut, dass ihr Vater den gut aussehenden Totenanwalt Timur kennt und ihr zur Seite stellt. Doch dann wird es erst richtig turbulent…

Benne Schröder liefert uns mit diesem Werk seinen Debütroman und schafft ein wirklich einfallsreiches Setting. Auch wenn er zu Beginn mit einer Flut an Informationen zur „Firmenstruktur“ umsichwirft, kam ich gut in die Geschichte hinein und war fasziniert von diesem hierarchischen System. Die Hölle wie ein Unternehmen mit unterschiedlichen Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen zu betrachten, ist wirklich etwas Neues und gefällt mir. Die Art wie hier die überirdischen Kräfte gewirkt und Kämpfe ausgetragen wurden, erinnerten mich zwar an eine Mischung aus Dragonball Z und Pokemon-Gameboyspiel, aber irgendwie passte das auch sehr gut in diese höllische Welt. Die Schauplätze hauptsächlich in Deutschland anzusiedeln ist auch eine angenehme Abwechslung. Oft spielen die Bücher deutschsprachiger Autoren ja trotzdem in den USA, hier bewegen wir uns aber in Köln, München und kurzzeitig auch in Italien. Das gab Pluspunkte! Der Chef, also der Teufel in Person, ist ein ebenso interessanter Charakter wie die sehr eigene Kitty und jeden Auftritt der beiden empfand ich als kleines Highlight. Lieber Benne Schröder, schreibst du bitte jedem sein eigenes Buch? Ich würde das sofort lesen!

Leider hat dieses Buch für mich auch einen Schwachpunkt: Mit Catalea hatte ich so meine Schwierigkeiten und erst die letzten Seiten war sie mir einigermaßen sympathisch. Sie ist eine junge Frau, die verständlicherweise selbstbestimmt und eigenverantwortlich leben möchte. Es ist also gut nachzuvollziehen, dass ihr die Arbeit in der Firma nicht zusagt. Aber für Catalea ist dies alles schwer zu „ertragen“ und statt einen anderen Weg zu suchen oder sich damit zu arrangieren, leidet sie. Und dabei jammert sie, (be)schimpft und nörgelt. Daneben kommt Catalea auch wirklich undankbar rüber und nachdem sie das dritte Mal „Arschloch“ sagt, konnte ich nur noch den Kopf schütteln. Sie hinterfragt auch nicht mal genau warum sie etwas unternimmt oder etwas passiert. Statt aktiv zu werden oder sich einfach mal die richten Fragen zu stellen, schimpft sie weiter, flieht und „erträgt“ dabei ihre Rolle. Mir ist es ehrlich gesagt auch ein Rätsel was der geheimnisvolle Totenanwalt Timur an ihr anziehend findet und folglich war die Portion Romantik für mich nicht glaubhaft. Die letzten 30 Seiten bekommt Catalea aber die Kurve. Sie benutzt zwar immer noch dauernd das Wort „Arschloch“, ist aber weniger undankbar und nörgelt nicht mehr ganz so viel. Das war echt schade, denn mit einer angenehmeren Hauptfigur hätte dieses Buch mehr Spaß gemacht!

Dennoch: Schreiben kann Benne Schröder auf jeden Fall! Mit einem wortgewandten und lockeren Schreibstil und einer Prise Humor erleben wir aus Cataleas Sicht die Geschehnisse. Hin und wieder tauchen kursive Textstellen auf, die bei mir immer wieder ein breites Grinsen verursachten und einen tieferen Einblick in das Regelwerk der Hölle werfen lassen. Den Stil kann ich einfach nur loben!

Fazit
„In der Liebe ist die Hölle los“ öffnet uns die Tore in eine faszinierende Welt, die wir so noch nicht gesehen haben. Bis auf die Protagonistin Catalea schafft Benne Schröder es interessante Figuren zu schaffen, die ich gern durch diese Geschichte begleitet habe. Sowohl Setting und Stil begeistern einfach. Sollte Benne Schröder ein weiteres Buch in dieser Welt entstehen lassen, so bin ich sofort wieder dabei!
3,5 von 5 Sonnen
Schaut auch mal hier... In diesem Autorensteckbrief erzählt Benne Schröder über seinen Debütroman. Das macht ihn absolut sympathisch und gibt nochmal einen kleinen Einblick hinter die Kulissen!

Autorensteckbrief

Lieblingssatz aus dem Buch: Der völlig heruntergekommene Typ auf dem letzten Platz am Ende des Tresens, mit diesen fettigen Haaren, dem gekrümmten Rücken und den völlig ausgetretenen Schuhen war kein Landstreicher – oh nein, er war der der Mann, der mich zu der Person gemacht hatte, die ich jetzt war, dieser Mann dort hinten war der Teufel - mein Vater.

Die Stelle im Buch, die am schwierigsten zu schreiben war: Die Szene in der die Guten zu den Bösen werden und plötzlich ihr wahres Gesicht zeigen. Das musste nämlich richtig hässlich und fies werden – und ich kann leider viel besser lustig und verrückt als hässlich und gemein.

Der optimale Soundtrack zum Buch: Keine Frage: Edwyn Collins – A Girl like you

Der perfekte Ort, um das Buch zu lesen: In einer richtig runtergerockten Bar, in der die Farbe von den Wänden blättert. Dabei aber bitte ein sündhaft teures Abendkleid tragen.

Welchem Prominenten würden Sie Ihr Buch gern überreichen und welche Widmung stünde drin? Meryl Streep und „Ich liebe Sie"

Was darf beim Schreiben auf keinen Fall fehlen – abgesehen von Rechner, Schreibmaschine oder Stift? Einige Liter Kaffee, Süßigkeiten, Taschentücher für die Heulkrämpfe und für den Notfall: Ein Schnaps!

Was ist schöner: den letzten Satz zu Ende gebracht zu haben oder das fertige Buch in den Händen zu halten? Das fertige Buch ist das wahrscheinlich beste Gefühl der Welt. Es macht wahnsinnig glücklich. Wenn dir klar wird: Himmel, Arsch und Zwirn. DAS HABE ICH ALLES GESCHRIEBEN?!

Wer oder was hilft, wenn es mal schwierig ist, weiterzuschreiben? Gummistiefel an und mit meinem Labrador Matti eine Stunde den Strand am Rhein entlangspazieren wirkt Wunder. Auf halber Strecke kann ich es nicht mehr erwarten wieder nach Hause zu kommen um weiterzuschreiben.

Was war zuerst da: die Story oder eine Figur aus dem Buch? Es ist immer die Story – sie existiert mit namenlosen Figuren, denen ich dann versuche Leben einzuhauchen. Manchmal geht das ganz schnell, manchmal dauert es ewig.

Wie wichtig sind Freunde, Familie, Berater beim Schreiben? Am Anfang ungeheuer wichtig! Ich schätze die Meinung meiner Agentin ungeheuer. Sie ist ein toller Sparringspartner. Wenn ich dann aber einmal angefangen habe, möchte ich mich verkriechen und niemand darf mir mehr etwas reinreden – bis alles fertig ist.

Lieber akkurat durchplanen oder erstmal drauflosschreiben? Am Allerliebsten möchte ich immer sofort drauflosschreiben, mutig und ohne Angst! Noch besser wäre es, die fertige Geschichte aus dem Kopf einfach auf das Blatt werfen zu können. Aber mittlerweile weiß ich, dass ich zumindest den wichtigen Teil planen muss.

Welche Farbe hätte das Cover auf keinen Fall haben dürfen und warum? Weiß! Hier geht es schließlich um den Teufel. Da ist schwarz doch Pflicht, oder?

Wer das Buch liest, fühlt sich nach der letzten Seite…? Hoffentlich glücklich und zufrieden, aber auch ein bisschen aufgekratzt, weil er wissen will wie es weitergeht!" (Quelle: Lübbe

Kennt ihr denn das Buch schon? Ist es euch auch schon aufgefallen? :-)

Liebe Grüße und bis bald,
 eure Elena

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