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[Rezension] "Gentlemen in Space" herausgegeben von Grit Richter und Ingrid Pointecker

Heute habe ich nicht nur eine Rezension für euch, sondern auch ein Interview. Die Anthologie "Gentlemen in Space" handelt von Ehrenmännern in fremden Welten und Galaxien. 12 verschiedene Kurzgeschichten findet ihr darin, eine davon von Melanie Schneider. Wenn ihr wissen wollt wie mir das Buch gefiel und wie Melanie reagierte als die Zusage für ihre erste Veröffentlichung vom Verlag kam... dann lest jetzt einfach weiter! ;-) 


Gentlemen in Space
Herausgegeben von Grit Richter und Ingrid Pointecker
Ebook erhältlich seit Dezember 2016
Seitenzahl: 147
Verlag: ohneohren
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Von Ehrenmännern in fremden Welten und fernen Galaxien
Lest ihr gerne Kurzgeschichten? Und könnt ihr neben den ganzen Badboys auch mal einen Gentleman vertragen? Sci-Fi interessiert euch auch? Dann ist das hier das richtige Buch! In dieser Anthologie finden sich 12 Kurzgeschichten, die sich alle mit dem Thema Gentlemen in Space beschäftigen. Die Debütautoren/innen und erfahrenen Autoren/innen haben dabei auch wirklich eine ganz bunte Mischung an Geschichten geliefert - teilweise lustig, schräg, romantisch, skurril, ernst und alle auf jeden Fall sehr kreativ.

Das sind die Autoren: 
David Knospe, Melanie Schneider, Angela Stoll, Markus Cremer, Katharina Fiona Bode, Michael Schäfer, Eliza Bauer, Thomas Waldschicht, Fabian Dombrowski, Robert von Cube, Andrea Bienek und Elisabeth Hofer.

Wir erleben in "Gentlemen in Space" zum Beispiel einen kampferprobten Frisör, Weltraumhaie, ungleiche Pärchen oder auch Piraten. Die Gentlemen bleiben dabei stets höflich, ritterlich und zuvorkommend. Manche der Geschichten sind ganz klassische Sci-Fi-Raumschiff-Geschichten und andere spielen auf fremden Planeten mit eigenartigen Wesen. Insgesamt gefiel mir die Mischung wirklich gut und manche Geschichten hören so fies auf, dass ich mir eine Fortsetzung wünsche.

Natürlich können einem bei 12 Geschichten nicht alle gleich gut gefallen und so waren mir manche einfach zu bizarr. Gerade die erste Geschichte war gar nicht mein Fall, aber danach wurde es immer besser. Zum Ende hin werden die Kurzgeschichten auch etwas ernster, sodass wirklich für jeden etwas dabei sein sollte. Ich habe für mich beim lesen aber auch festgestellt, dass ich nicht alle Geschichten auf einen Rutsch lesen kann. Gerade dadurch, dass sie so unterschiedlich sind, brauchte ich immer wieder Pausen zwischen den Kurzgeschichten. Nur so konnte ich auch jede Einzelne auf mich wirken lassen. Folglich war "Gentlemen in Space" trotz der nur 147 Seiten nichts für Zwischendurch, bleibt dafür jedoch im Gedächtnis hängen. 

Fazit
Wer eine Abwechslung zu den ganzen Badboys sucht, die gerade so beliebt sind, der ist hier richtig beraten. „Gentlemen in Space“ ist eine Anthologie mit wirklich sehr unterschiedlichen Geschichten, die uns auf Raumschiffe und in fremde Galaxien entführen. Lesetipp!
4 von 5 Sonnen

Ganz besonders freue ich mich auch, dass ich eine der Autoren von "Gentlemen in Space" für ein kurzes Interview gewinnen konnte. Von Melanie Schneider ( -> zur Facebookseite) ist die Kurzgeschichte "Gentleman's Cut" und das ist gleichzeitig eine meiner Favoriten in diesem Buch.


Bücherdialog
- Interview mit Melanie Schneider -


In „Gentlemen in Space“ ist deine erste Kurzgeschichte veröffentlicht worden. Wie lange schreibst du denn schon und wie bist du dazu gekommen? 
Ich habe als Jugendliche schon etwas geschrieben, aber nie wirklich ernsthaft ein Projekt beendet. Das waren sozusagen meine ersten Schreibübungen. Mit neuem Elan schreibe ich jetzt seit Ende 2015 und mittlerweile habe ich eine lange Liste von Ausschreibungen, die mich interessieren und an denen ich mich gerne versuchen würde! 

Und jetzt die erste Veröffentlichung! Wow, da gratuliere ich dir natürlich! Wie fühlt sich das an? Was waren deine Gedanken als du das finale Exemplar in der Hand hattest? 
Dankeschön! Es war vor allem zu Beginn total unwirklich. Die Mail mit der Zusage kam ungefähr 20 Minuten vor Feierabend (nachdem ich schon zwei Stunden lang ständig mein Postfach aktualisiert habe. Das war schlimmer als die Sendungsverfolgung bei sehnsüchtig erwarteten Buchpaketen!) und ich dachte mir beim ersten Abschnitt: ok, bist nicht drin. Dann stand da im zweiten sinngemäß "Machen wir es kurz, du bist dabei" und das Denken setzte aus. Ich hab die Mail auch fünf Mal gelesen, bevor ich meine Sprache wiederfand und meinen Kollegen davon berichten konnte. Mein Kollege wollte direkt eine Flasche Sekt öffnen, hat dann aber doch bis zum nächsten Tag gewartet, als meine Abteilung vollständig war. Bisher ist nur das eBook erschienen - ganz passend als Weihnachtsgeschenk. Und es (und meinen Namen) dann auf meinem Reader zu sehen war seltsam. Ich brauchte Knuddeleinheiten, die mir die Freundin, bei der ich zu Besuch war, geben konnte. Bei dem Print werde ich wahrscheinlich nicht mehr aufhören können, es anzuschmachten ...

Deine Kurzgeschichte ist die Nummer 2 in dieser Anthologie. Es geht um einen Frisör, seinen neuen Lehrling und wie tatkräftig er einschreitet, wenn Unrecht geschieht und Gefahr im Verzug ist. Wie bist du denn darauf gekommen? Hat dich etwas inspiriert? 
Er ist halt ein echter Gentlemen! Inspiration ist eine seltsame Sache. Die Idee für den Friseur kam letztes Jahr nach einem langen Tag auf der Leipziger Buchmesse. Wir saßen zu viert im Auto und Melanie Vogltanz (sehr sympathische Autorin aus Österreich von spannenden Geschichten!) meinte, dass da grad ein Friseurladen war, der Gentleman's Cut heißt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass meine Geschichte genauso heißt ;) In den folgenden Tagen und Wochen habe ich mit der Hilfe von David Knospe (von dem die erste Geschichte in der Anthologie stammt) einen Plot herausgearbeitet, der mit gefällt. Auch wenn ich ihn während des Schreibens noch oft genug zugejammert habe. Es tut mir leid, David! Nur Inspiration reicht nämlich leider nicht, es ist vor allem zu Beginn ein langer Prozess und mich plagten viele Zweifel. Mit diesen kleinen Teufelchen konnte ich mich in der Zwischenzeit anfreunden, wir trinken gern Tee, wenn es in einen Streit auszuarten droht. 

Hand aufs Herz! Welche Geschichte gefällt dir denn am Besten in „Gentlemen in Space“?
Puh, das ist gemein! Ich mag jede Geschichte unglaublich gern. Die Lektüre der ganzen Anthologie ist für mich jetzt drei Monate her und am eindrücklichsten sind mir "Zwei von der gleichen Schule" von Robert von Cube und "Ein Tag im Herbst" von Andrea Bienek in Erinnerung geblieben. Da hat mich die tolle Sprache einfach mitgerissen. Ich bin aber auch weiterhin Fan von "Fast normal hier" von David Knospe, die den Anfang machen durfte und mit viel Witz brilliert. Außerdem habe ich direkt nach dem Lesen von "Celeste und der schwarze Nomos" den Reader (aufs Bett) fallen gelassen und gerufen: Ich will einen Roman dazu!

Möchtest du den Bloglesern noch etwas unbedingt mitteilen?
Schreiben macht Spaß! Vor allem, wenn nach Tagen oder Wochen von "Mir fällt kein Plot zu meiner Idee ein" der Knoten platzt und man endlich anfängt, Wörter aufs Papier zu bringen. Mir hilft es ungemein, Kurzgeschichten dazu zu nutzen, verschiedene Stile auszuprobieren und die verrücktesten Ideen umzusetzen. Irgendwo muss man anfangen und mit jeder Kurzgeschichte, die ich beende, gewinne ich mehr Vertrauen in meine Texte und komme dem ersten eigenen Roman ein Stückchen näher. Von daher: probiert euch aus und habt Spaß daran!

Danke, liebe Melanie, für deine Antworten! 


Na? Was meint ihr zu dieser Anthologie? Ich bin jedenfalls froh auf den ohneohren Verlag aufmerksam geworden zu sein, denn bisher kannte ich das Verlagsprogramm noch gar nicht. Aber da finden sich so einige interessante Titel... Schaut mal vorbei :-)

Liebe Grüße und bis bald,
 eure Elena

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