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[Rezension] "Das Fieber" von Makiia Lucier

Heute stelle ich euch ein historisches Jugendbuch vor, das für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2016 (Jugendbuch) nominiert war. Außerdem erhielt es die Literaturauszeichnung Lektorix im August 2015. Also insgesamt ein ganz besonderes Buch, bei dem ich mich wundere, dass ich noch nicht früher darauf aufmerksam geworden bin. :-)


Das Fieber
Von Makiia Lucier
Erhältlich seit 24. April 2015 
Seitenzahl: 368
Preis: 12,99 Euro (Ebook) und 17,99 Euro (Gebunden)
Verlag (und Bildquelle): Königskinder Verlag 

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Von Mut und dem Wunsch dort zu helfen, wo Hilfe nötig ist
In gewohnt hochwertiger Aufmachung kommt dieses Buch daher. Das rosa-graue Cover mit der wiederholt dargestellten Krankenschwester fällt definitiv auf. Obwohl es doch sehr speziell ist, passt es hervorragend zu diesem historischen Jugendbuch. Zudem finde ich auch den deutschen Buchtitel "Das Fieber" viel ansprechender als den englischen "Death-Struck Year".

"Das Fieber" ist ein Buch über die verheerende Pandemie im 20. Jahrhundert, die so viele Menschen das Leben kostete. Es ist aber auch eine Geschichte über ein Mädchen, die zu dieser Zeit sehr viel Mut beweist und als Freiwillige dem roten Kreuz beitritt: Cleo ist erst 17 Jahre alt, lebt in Portland und verlor schon früh ihre Eltern. Seither ist ihr 16 Jahre älterer Bruder Jack für sie verantwortlich. Doch Jack und seine bessere Hälfte Lucy verreisen nun für mehrere Wochen und so wird Cleo in einem Internet untergebracht. Mit dem ersten Weltkrieg und der Spanischen Grippe, die in Europa und einigen Teilen der USA wütet, ist es eine harte Zeit - doch beeinflusste Cleo bisher nicht. All dies ändert sich allerdings, als die Spanische Grippe auch Cleos Heimat erreicht.

Cleo ist eine sehr angenehme und starke Protagonistin mit dem Wunsch dort zu helfen, wo Hilfe nötig ist. Für ihr Alter beweist sie viel Mut. Ich mochte sie und bin gern in ihr Leben eingetaucht, denn durch die Ich-Perspektive erleben wir Leser alles direkt mit. Cleo wächst im Laufe dieses Buchs, wird reifer und lernt auch noch den jungen Arzt Edmund kennen.

Durch den wirklich flüssigen und mitreißenden Schreibstil und die glaubhafte Schilderung der damaligen Zeit, entsteht eine authentische Atmosphäre in der Tod und Krankheit allgegenwärtig sind. Insbesondere die historischen Ereignisse interessierten mich sehr, denn über die Spanische Grippe habe ich bisher nur wenig gelesen. Makiia Lucier hat ihre Arbeit auch gemacht, denn die Recherche im Hintergrund fällt positiv auf.

In Anbetracht der sehr heftigen Thematik kamen bei mir aber leider kaum Emotionen auf. Ich konnte nur wenig von der Traurigkeit und der Tragödie mitfühlen. Das war schade und ich hätte mir eine bessere Verknüpfung zwischen dem geschichtlichen Ablauf, dem ganzen Blut und den damit verbundenen Gefühlen gewünscht. Ich wäre gerne mit Cleo zusammen emotional betroffen gewesen. Leider brachte mich dann auch das Ende zum Augen rollen, wirklich schade. Hier wurde das Potential nicht ausgeschöpft.

Fazit
"Das Fieber" ist ein historisch interessantes Erstlingswerk, das sich hauptsächlich an Jugendliche richtet. Makiia Lucier schreibt mitreißend und sorgt mit einer starken Protagonistin für unterhaltsame Lesestunden. Für Zwischendurch absolut empfehlenswert. 
3 von 5 Sonnen

Klappentext:
"Herbst 1918 : Die Spanische Grippe hat die Welt bereits im Griff. Aber für Cleo ist sie weit weg, sie ist mit sich selbst und ihrer Zukunft beschäftigt: Heiraten, Bohemien werden oder an die Universität? Doch die Gegenwart holt Cleo bald brutal ein. Die Seuche erreicht ihre Heimatstadt: Schulen, Geschäfte, Theater schließen - das öffentliche Leben kommt zum Stillstand. Und die Zahl der Opfer wächst: Nicht Kleinkinder und Alte, sondern vor allem Menschen in der Blüte ihres Lebens sterben. Als das Rote Kreuz freiwillige Helfer sucht, beschließt Cleo, nicht mehr untätig zu sein. Selbst wenn es den Tod bedeuten könnte."



Aus dem Königskinder Verlag habe ich vor Kurzem erst "Der Geruch von Häusern anderer Leute" gelesen. Ein Blick lohnt sich. :-)

Bis bald,
eure

1 Kommentar

  1. Hallo Ena,

    ich muss gestehen, ich habe immer noch kein Buch aus dem Königskinder Verlag gelesen. Eigentlich schade, denn die Geschichten klingen immer sehr schön und interessant. Schade, dass dich hier die Emotionen nicht gepackt hat. Bei diesem Thema würde man das ja eigentlich denken.

    Liebe Grüße,
    Vanessa

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