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[Rezension] "Gehetzt" von Kevin Hearne


In meinem letzten Beitrag habe ich euch die [Stuttgarter Buchwochen] vorgestellt und euch erzählt, dass es dort eine Tombola gibt. Ich hatte tatsächlich Glück und habe ein Los gezogen, das mir einen Neuzugang beschert hat. "Gehetzt" ist der Anfang einer Buchreihe, die sich um den letzten lebenden Druiden dreht. Es stand lange auf meiner Wunschliste und daher hat mich dieser Buchgewinn noch mehr gefreut (wenn das irgendwie möglich war :-D)! 


Gehetzt. Die Chronik des Eisernen Druiden #1
Von Kevin Hearne
Erhältlich seit März 2016 (6. Auflage)
Seitenzahl: 350
Preis: 9,99 Euro (Ebook) und 16,95 Euro (Taschenbuch)
Verlag (und Bildquelle): Klett-Cotta 




Klappentext: "Atticus O’Sullivan führt ein scheinbar friedliches Dasein in Arizona. In seinem Laden bekommt man alles, was man eben so brauchen kann. Nachbarn und Kunden halten ihn für einen netten, tätowierten jungen Mann. Tatsächlich ist Atticus aber nicht 21, sondern über 2100 Jahre alt: Er ist der letzte lebende Druide. Seine übermenschlichen Kräfte zieht er direkt aus der Erde und außerdem besitzt er ein unsagbar scharfes magisches Schwert namens Fragarach. Zu Atticus’ Unglück aber ist eine überaus erzürnte keltische Gottheit hinter genau diesem Schwert her. Und sie hat es auf Atticus’ Leben abgesehen"


Atticus O'Sullivan ist ein 2100 Jahre alter Druide, sieht aber aus wie ein moderner, tätowierter Mann Anfang 20. Wenn man solange lebt, dann ist das Zeit genug, um es sich mit einigen Leuten (oder auch Gottheiten) gehörig zu verscherzen. Atticus lebt daher versteckt mit seinem Hund in Arizona und führt einen Buchladen mit allerlei esoterischem Krimskrams. Nur in letzter Zeit klappt das mit dem Verstecken nicht mehr ganz so gut und Ärger ist im Anmarsch. 

Für mich war das Wort "Druide" schon ausschlaggebend, um meine Aufmerksamkeit zu erregen. Der einzige Druide, der mir spontan einfällt, ist sonst nämlich Mirakulix aus dem Asterix-Universum. In Fantasybüchern finden wir solche Gestalten aber eher selten. Grund genug, dass ich das natürlich lesen wollte. Und ich wurde auch nicht enttäuscht, denn "Gehetzt" unterhält ganz wunderbar mit viel Spannung, Action und Humor. Zugegeben, die Handlung an sich strotzt nicht vor Originalität, aber sowohl das Setting als auch die Charaktere machen das wieder wett. 

Der Schwerpunkt der fantastischen Elemente in diesem Buch sind der keltischen Mythologie entnommen. Neben den keltischen Gottheiten und Gestalten, haben aber auch gängigere mystische Wesen ihren Auftritt wie Werwölfe, Vampire oder Hexen. Es wird dabei aber nicht langweilig, denn der Autor verfällt nicht in Klischees und gibt jedem Wesen eine Persönlichkeit mit auf den Weg. Wie die Art der Magie, die kulturellen Einflüsse und die keltische Mythologie mit den gängigen Fantasyelementen verschmelzen, fühlte sich für mich sehr stimmig an. Diese Thematik ist mal etwas anderes und bringt Spaß beim Lesen.  

"Gehetzt" wird flüssig und locker aus der Ich-Perspektive von Atticus erzählt. Und Atticus ist ein Charakter, den ich schnell sympathisch fand. Begeistert hat mich sein Sinn für Humor, aber auch seine inneren Monologe, die manchmal sehr sarkastisch sind. Ich hätte mir nur gewünscht, dass er nicht ganz so perfekt erscheint, sondern auch die ein oder andere Sorge, Kante oder Ecke mitbringt. Obwohl er schon so lange lebt, trauert er kaum geliebten Menschen nach oder ist sonst auf eine Weise von der Zeit gezeichnet. Seine schier unerschöpfliche Machtquelle, kostet ihn kaum Kraft oder bringt sonst einen Preis für ihn mit sich. Das ist schade und hätte alles noch einmal interessanter und authentischer gemacht. Mein Highlight in diesem Buch war Oberon, der Hund und Weggefährte von Atticus. Obwohl die beiden miteinander gedanklich kommunizieren können, verliert Oberon nie seine tierische Wesensart. Diese Unterhaltungen zwischen den beiden brachten mich sehr häufig zum Lachen. Ich möchte bitte auf einen Oberon haben! 


Auf den letzten Seiten findet man auch noch Hilfestellung zur Aussprache der irischen Wörter. Leider habe ich das erst zum Schluss entdeckt und werde wohl auch im nächsten Band die Aussprache, wie ich sie mir gedanklich nun über 350 Seiten angewöhnt habe, beibehalten. Für alle, die es beim lesen etwas genauer mit der Aussprache nehmen möchten, die wagen gerne zuerst einen Blick auf die letzten Seiten. 

Zum Schluss ein kleiner Vergleich: Als Leserin von Urban Fantasy-Büchern lag natürlich auch schnell der Vergleich zu Harry Dresden nahe. Beide Charaktere sind männlich, wirken Magie und werden ständig mit anderen magischen und überirdischen Wesen konfrontiert. Genauso hatte ich auch das Gefühl, dass beide das gleiche Händchen dafür haben, in Ärger hineinzustolpern. Aber diese Gemeinsamkeiten sind dann auch schon alles, denn "Gehetzt" unterhält lockerer und brachte mich öfter zum Grinsen. Dazu kommt, dass Atticus einfach ein draufgängerischer Protagonist ist, der sich seiner Fähigkeiten bewusst ist und sich nicht scheut gleich mal dem Gegner eins überzubraten. Das unterscheidet ihn meiner Ansicht nach von Harry. 

"Gehetzt" ist ein humorvolles und actiongeladenes Urban Fantasybuch, das alte Mythen wiederbelebt. Es wird auf keiner Seite langweilig, denn Atticus und sein Hund sind sympathische Charaktere. Für alle Fantasy-Leser und Harry Dresden-Fans empfehlenswert! 

4 von 5 Sonnen

[Hier] geht es zur Fortsetzung:
"Verhext". Die Chronik des Eisernen Druiden #2

Mir scheint, dass ich momentan ein Leserillen-Problem entwickle. Ich habe auch an diesem Exemplare wieder enorme Rillen im Buchrücken festgestellt. So wie ich es auch bei "Wie Monde so silbern" erwähnt hatte. Und das obwohl ich eine vorsichtige Leserin bin. Sowas mag ich leider gar nicht. Hat das von euch aktuell noch jemand? 

Ganz liebe Grüße,

1 Kommentar

  1. Das hört sich doch echt interessant an. Mit Duriden findet man nicht oft Bücher. lg Nadine von Nannis Welt.

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